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Veranstaltung am 27.04.2012 – Dein gutes Recht

Am Freitag, den 27.04.2012 lädt der NWK-Rat zu einem Gesprächs- und Informationsabend zum Thema „Dein gutes Recht als Fußballfan“ ein. Immer wieder kommt es vor, während oder nach Fußballspielen zu „Begegnungen“ zwischen Fußballfans und Polizeibeamten. Viele Fans sind sich unsicher, wie sie sich in bestimmten Situationen am besten verhalten sollen. Wie verhalte ich mich bei polizeilichen Maßnahmen, wie z.B. einem Platzverweis, einer Identitätsfeststellung, einer Festnahme? Welche Auskünfte muss ich gegenüber der Polizei machen; welche Auskünfte müssen Polizisten mir geben? Welche Möglichkeiten habe ich, gegen einen Eintrag in die Datei Gewalttäter Sport oder ein Stadionverbot vorzugehen?

Zu dieser Veranstaltung haben wir die Frankfurter Rechtsanwältin Waltraut Verleih eingeladen. Frau Verleih ist Fachanwältin für Strafrecht und Mitglied der im letzten Jahr gegründeten bundesweiten „Arbeitsgemeinschaft Fananwälte“ (http://www.fananwaelte.de).

An diesem Abend soll die Gelegenheit bestehen, allgemeine Fragen zu allen rechtlichen Themen zu besprechen, die einem als Fußballfan begegnen können. Weil die Fragestellungen hierbei sehr vielseitig sein können, bieten wir an, dass Themenwünsche schon vor der Veranstaltung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. eingereicht werden können. Bitte bedenkt dabei aber, dass der Abend nicht dazu dient, eine individuelle Rechtsberatung zu einem konkreten Einzelfall, in den ihr vielleicht verwickelt seid, zu erlangen. Je früher Ihr Eure Fragen einreicht, umso größer sind die Chancen, bei der Veranstaltung eingehend berücksichtigt zu werden.

Die Veranstaltung findet am Freitag, den 27.04.2012 um 19.30 Uhr im Petterweil Bunker in Bornheim (in dem wir auch unsere erste Infoveranstaltung abgehalten haben) statt.

Adresse:
Vereinsheim Bernemer Käwwern im Petterweil Bunker
Petterweilstr. 68
60385 Frankfurt am Main (Bornheim)
Anfahrt mit U4 - bis Station "Bornheim Mitte"

Unsere Mitglieder haben an diesem Abend freien Eintritt. Für Nicht-Mitglieder kostet die Veranstaltung 3 Euro Eintritt. Selbstverständlich ist auch eine Anmeldung am Eingang möglich.


Der Nordwestkurve-Rat

Weißt Du, was Du trägst?

Infoveranstaltung des Frankfurter FanProjekts im Fanhaus Louisa


Es ist nahezu unmöglich geworden die Bedeutung aller Codes und Symbole zu entschlüsseln, die uns heutzutage in vielfältiger Art und Weise begegnen. So lässt sich häufig nur mit genügend Vorwissen erkennen, ob sich hinter einer Streetart-Marke oder dem Emblem auf einem Kleidungsstück rechte Inhalte verbergen. Ein bewusster Umgang fängt damit an, dass man weiß was man trägt.

Am 24.04.2012 ab 19:30 Uhr findet dazu im Fanhaus Louisa eine Infoveranstaltung mit anschließender Diskussion statt.

Michael Weiss, Mitarbeiter des Apabiz e.V. (antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin), wird anhand von Beispielen anschaulich darstellen, mit welchen Symbolen und Codes sich Rechtsextreme zu erkennen geben. Auch aktuelle Tendenzen im rechten "Lifestyle" werden aufgegriffen und diskutiert.

 

Informationen zur Mitgliedschaft

Hallo Eintrachtler

Der Monat April ist ein spezieller Monat. Einerseits sollte unsere Eintracht in diesem Monat den Aufstieg unter Dach und Fach bringen, woran wir keinen Zweifel haben. Andererseits nähert sich mit dem 30.04.2012 auch das Datum, welches das Wahlrecht bei der Wahl des neuen Nordwestkurve-Rats im Oktober abgrenzt.Die näheren Informationen zur Mitgliedschaft könnt Ihr auf unserer Homepage unter http://nordwestkurve.net/index.php/mitglied-werden nachlesen. Mitglieder, die sich bis zum 30.04.2012 angemeldet haben können im Oktober den neuen Nordwestkurve-Rat wählen und sich auch für diesen zur Wahl stellen.

Aufgrund der Anstoßzeiten in der 2. Bundesliga, waren die Anmeldemöglichkeiten bei den letzten Heimspielen sicher nicht optimal. Daher gilt es die letzten Heimspiele nochmals zu nutzen, um allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich der Nordwestkurve Initiative anschließen zu können.

In unseren Augen sind die ersten Monate von Nordwestkurve aber auf jeden Fall als Erfolg anzusehen. Wir haben uns zu einigen Themen positioniert und erhielten dafür starken Zuspruch. So wurde beispielsweise unsere Stellungnahme zur Sperre des Gästeblocks in Berlin sogar im Stadionheft von Union Berlin veröffentlicht. Auch die erste Teilnahme am Fanbeirat, sehen wir als positives Zeichen den Dialog innerhalb der Fanszene wieder zu verstärken. In den nächsten Wochen werden erneut Veranstaltungen anstehen, um die Bemühungen in diese Richtung zu intensivieren.

Die Möglichkeiten zur Anmeldung als Fördermitglied bis Saisonende sind:

• Mittwoch 11.04.2012, Heimspiel gegen Ingolstadt, U23 gegen Waldhof Mannheim
Anmeldungen sind ab 15 Uhr am Fancontainer möglich. Ebenso wird die Anmeldung ab Öffnung der Stadiontore am FUFA Stand hinter Block 32 möglich sein. Im Black & White Zelt an der Straßenbahnhaltestelle wird die Anmeldung 2 Stunden vor Spielbeginn beginnen.
Beim U23 Spiel gegen Waldhof Mannheim (20:15 Uhr) Bornheimer Hang, wird eine Anmeldung in der Halbzeit oder nach dem Spielende möglich sein. Sprecht einfach unsere Rats-Mitglieder an.

• Samstag 14.04.2012, Heimspiel gegen Aue – Sonntag 29.04.2011, Heimspiel gegen 1860
Die Anmeldung am Fancontainer wird bereits ab ca. 10 Uhr starten und wird auch noch einige Zeit nach dem Spiel möglich sein. Eine Anmeldung am FUFA-Stand wird ebenfalls an beiden Spieltagen ab Stadionöffnung möglich sein. Im Zelt von Black & White hingegen, wird es nur beim Heimspiel gegen Aue die Möglichkeit einer Anmeldung geben. Dort trefft ihr ab ab 2 Stunden vor Spielbeginn jemanden von uns an, bei dem ihr eure Mitgliedschaft abschließen könnt.


Eine Anmeldung im Eintracht-Shop in der Bethmannstraße ist während der Öffnungszeiten jederzeit bis Ende April möglich.

Wir hoffen noch möglichst viele von euch überzeugen zu können, sich unserer Initiative anzuschließen.

NORDWESTKURVE Frankfurt zur Spendenaktion der Eintracht Frankfurt Fußball AG

Die allermeisten von euch werden es letzte Woche sicher mitbekommen haben, dass Eintracht Frankfurt Fußball AG eine Maßnahme veröffentlicht hat, wie sie die zunehmenden Strafen seitens des DFB einzudämmen gedenkt.

Heraus kam eine Idee, die ihresgleichen sucht.

Die Kurzfassung:

Eintracht Frankfurt spendet am Ende der Saison der Deutschen Knochenmarkspenderkartei (DKMS) 50.000 Euro. Diese Summe wird allerdings um den Betrag / die Beträge reduziert, welche aus eventuell bis Saisonende entstehenden weiteren Strafen des DFB in Richtung Eintracht Frankfurt resultieren.
Hinzu kamen (sinngemäße) Aussagen der Eintracht wie diese hier:  "Mit 50.000 Euro könne man eintausend Typisierungen durchführen, die schließlich auch jedem Fan oder dessen Angehörigen einmal das Leben retten könne..." Das ganze zudem untermalt mit der Grafik: Hier klicken für die Grafik

Der Nordwestkurve-Rat erfuhr von dieser "Idee" während eines gemeinsamen Treffens. Unsere Reaktion auf diese Meldung war Fassungslosigkeit!

Auch wenn wir an dieser Stelle der Eintracht nicht absprechen möchten, dass sie versucht, mit dieser Idee „neue Wege zu gehen" und die Spendenaktion als solches hehre Ziele verfolgen mag, so können wir nicht anders, als unsere umfassende Ablehnung gegenüber diesem Vorhaben zum Ausdruck zu bringen.

Wir halten die Spendenaktion nicht für durchdacht.

Sollte es – was wir alle nicht hoffen, aber niemand ausschließen kann – in den verbleibenden Spielen doch noch ein „Vorkommnis“ geben (und sei es auch noch so geringfügig), so wird dank der Spendenaktion das mediale Echo und die Aufmerksamkeit der Presse noch viel größer sein als ohnehin schon. Das positive Image, das sich Eintracht Frankfurt vielleicht mit der Spendenaktion erhofft haben mag, würde sich sofort ins Gegenteil verkehren. Eintracht Frankfurt stünde erneut am medialen Pranger, wegen ihrer "asozialen Fans", die nicht einmal zu Gunsten der Rettung todkranker Krebspatienten auf „Randale“ verzichten können.

Unterstützt wird das auch noch durch den fragwürdigen Umgang der Eintracht mit den Zahlen zu den bisher verhängten Geldstrafen. So war beispielsweise die in dieser Saison höchste Verurteilung von Eintracht Frankfurt durch das DFB-Sportgericht eine Gesamtgeldstrafe in Höhe von € 20.000, die verhängt wurde
a) für mangelnden Ordnungsdienst gegen Hansa Rostock (als eine Pyroshow der Rostocker [!] zu einer Spielunterbrechung führte), und
b) das Banner „Bomben auf Dynamo“ in der Gästekurve in Dresden.

Trotzdem wurde diese Geldstrafe in voller Höhe einberechnet, wenn es in den einschlägigen Werbebannern zur Aktion auf der Eintracht-Homepage hieß: „Diese Saison haben wir schon 1.100 Typisierungen verbrannt“.

Insgesamt sehen wir hier, dass eine selbstverständlich absolut unterstützungswürdige Organisation "missbraucht" wird, um Druck auf unsere Fanszene auszuüben, den vom DFB vorgegebenen Verhaltenskodex bei Fußballspielen unumstößlich einzuhalten. Jeder Verfehlung die der DFB bestrafen wird, führt also dazu, dass der DKMS "Geld weggenommen werden soll".  Dabei spielt es keine Rolle, was bestraft wird. Über das oben bereits erwähnte Banner kann man sicher diskutieren, es hätte jedoch in unseren Augen niemals zu einer Bestrafung seitens des DFB führen dürfen.

Wir verwehren uns dagegen, den Medien die Vorlage zu geben, eine Brücke zwischen dem möglichen Tod eines kranken Menschen und Eintrachtfans, die sich nicht DFB-konform verhalten, zu schlagen. Schlagzeilen die suggerieren dass Kinder, Frauen, Männer noch leben könnten, wenn Eintrachtfans nur auf dies oder jenes verzichtet hätten, dürfen nicht entstehen. Solche Zusammenhänge herzustellen ist in unseren Augen schlicht und ergreifend infam.
Ein nicht unerheblicher Teil der Menschen mit denen wir gesprochen haben, schämt sich genau wie wir dafür, dass unser Verein ein solches Vorhaben veröffentlicht hat und kranke Menschen instrumentalisiert, um Problemen entgegen zu wirken, für die es offensichtlich gänzlich an Lösungsansätzen fehlt.

Zusätzlich sehen wir in dem veröffentlichen Vorhaben das Problem, dass eventuelle Strafen des DFB bis zum Ende der Saison und der damit verbundenen Reduzierung der Spendengelder, zu einer weiteren Spaltung unserer Fanszene führen könnte.

Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen eindeutig, dass Verfehlungen im Sinne des DFB, die bei Spielen der Eintracht durch ihre Anhänger verursacht wurden, fast ausnahmslos einer Gruppe zugeordnet werden, vollkommen unabhängig davon, ob diese von dieser Seite initiiert wurden oder nicht. Wir sprechen hierbei klar von dem Problem, dass in Teilen unserer Kurve das Denken fest verwurzelt scheint, dass Strafen, die Eintracht Frankfurt auferlegt bekommt, einzig durch Fehlverhalten von Mitgliedern von Ultras Frankfurt verursacht werden.

Eins der Hauptziele des Nordwestkurve-Rats ist es ja aber, genau solche Gräben schmälern zu wollen und eine vernünftige Diskussionskultur zwischen den verschiedenen Teilen der Nordwestkurve zu etablieren. Mit einem Vorhaben wie der von Eintracht Frankfurt veröffentlichten Spendenaktion sehen wir dieses Ziel massiv gefährdet, zumindest aber deutlich erschwert.

Kritisch anzumerken ist schließlich auch noch, dass die Eintracht vor der Bekanntgabe ihrer Spendenaktion mit keinem einzigen Fanvertreter oder Fanorganisation Rücksprache gehalten oder gar über diese ein Meinungsbild der Fans eingeholt hat. Wir empfinden das umso unverständlicher, als die Pressemitteilung nur wenige Tage vor dem schon länger angesetzten Treffen des Fanbeirats am 20.3. herausgegeben wurde.
Aus unserer Sicht wurde damit eine große Chance vertan; man hätte die Spendenaktion durchaus im Kreis der relevanten Fangruppen diskutieren können und sollen.

Auch von anderen Fanszenen und Nachrichten-Internetportalen wird diese Spendenaktion durchaus kritisch gesehen.

The Unity (Dortmund) präsentierten z.B. beim letzten Heimspiel ein Banner mit der Aufschrift: "SGE: DKMS RETTET LEBEN - DAMIT SPIELT MAN NICHT!"
Zu sehen hier: Banner zum Thema DKMS

Chosen Few (Hamburg) veröffentlichten einen Text, der u.A. Bezug zu diesem Thema aufweist und in dem Unverständnis über dieses Vorhaben ausgedrückt wird.
Zu lesen hier: Wenn ihr zündet stirbt dieser kleine Hund

Auf der Blog-Seite publikative.org wurde ein Artikel präsentiert, der aus journalistischer Sicht aufzeigt, dass dieser Weg nicht der Richtige sein kann.
Zu lesen hier: Die Ethik der Erpressung


Nordwestkurve-Rat

NORDWESTKURVE Frankfurt zur Sperre des Gäste- kontingents bei Union Berlin

Mit Entsetzen haben wir, trotz der Ankündigung, den Ausschluss der Gästefans für das Spiel unserer Eintracht bei Union Berlin zur Kenntnis genommen. Zum ersten Mal soll es also uns Eintracht-Fans versagt sein, ein Auswärtsspiel zu besuchen. Dieses Urteil bietet Anlass, einmal das Verhalten aller Beteiligten (DFB, Vereine bzw. Eintracht Frankfurt, aber auch und vor allem der Fanszene als solche) zu hinterfragen.

Mit den Konsequenzen für und innerhalb unserer Fanszene wollen wir uns am Ende dieser Stellungnahme befassen. Zuvor sollten einige Umstände der Straffindung seitens des DFB genauer betrachtet werden.

Mit seiner Entscheidung, Gästefans von der Begegnung unserer Eintracht bei Union Berlin auszuschließen, beweist der DFB einmal mehr seine Hilflosigkeit im Umgang mit dem Phänomen der Pyrotechnik und seine Neigung, vor dem Hintergrund populistischer Forderungen aus Politik und Polizeikreisen exemplarisch drastische Strafen gegen „schlecht beleumundete“ Fanszenen auszusprechen.

Dabei hat der DFB die Situation, derer er nun nicht mehr Herr wird (nämlich das massive Abbrennen von Pyrotechnik Spieltag für Spieltag durch fast alle Fanszenen der oberen Ligen), durch gebrochene Zusagen und das abrupte Ende der Diskussionen um ein legales Abbrennen von Pyrotechnik selbst mit zu verantworten. Auch eine Reihe von Falschaussagen im Nachhinein über den Inhalt der Gespräche mit der Kampagne, über das Ergebnis des vom DFB eingeholten Gutachtens oder die Veröffentlichung einer durch Suggestivfragen verfälschten Umfrage trugen zur Verschärfung der Situation bei.
Der DFB reagiert nun – allerdings bislang auch nur bei bestimmten Vereinen – mit Kollektivstrafen, nämlich dem Ausschluss bzw. Teilausschluss der Kurven. Auch der DFB weiß natürlich, dass er damit Tausende Unschuldiger mitbestraft und Tausende Fans vom Besuch eines Spiels ausschließt, ganz gleich, ob diese den Einsatz von Pyrotechnik gut finden oder selbst strikt ablehnen.

Eine Akzeptanz bei den betroffenen Fans können und werden diese Kollektivstrafen nicht finden, zumal auch innerhalb der DFB-Rechtsprechung eine unerträgliche Ungleichbehandlung festzustellen ist. Die gleichen „Vergehen“ werden höchst unterschiedlich bestraft.

Beispiel Platzsturm: Einmal reagiert der DFB gar nicht (wie im Falle Dortmunds am letzten Spieltag der vergangenen Saison), ein anderes Mal gibt es für den Verein eine Geldstrafe (wie kürzlich für Nürnberg, obwohl der Platzsturm dort sogar dem Erreichen der gegnerischen Fankurve diente), mal reagiert der DFB mit dem Ausschluss ganzer Kurven (wie in Berlin im letzten Jahr bzw. bei uns zum ersten Heimspiel gegen St. Pauli).

Beispiel Pyrotechnik: auch hier sind die Sanktionen des DFB völlig uneinheitlich. Einige größere Pyroaktionen wurden gar nicht oder mit vergleichsweise geringen Geldstrafen bestraft, selbst wenn auch dort Böller geworfen wurden und/oder sich Anpfiff bzw. Wiederanpfiff verzögerten.

Ein „schönes“ Beispiel für die Unsinnigkeit und Willkür von Kollektivstrafen bildet auch der Fall des FC St. Pauli: Der Werfer der Kassenrolle hatte sich dem Verein gestellt und zeigte sich laut Medienberichten einsichtig und reumütig. Gleichwohl bestand der DFB auf einer Kollektivstrafe, nämlich dem Ausschluss aller Stehplatzbesucher bei einem Pauli-Heimspiel. Es ist also offensichtlich nicht so, dass der DFB „das Kollektiv“ (die Kurve) nur dann in Sippenhaft nimmt, wenn der oder die „Täter“ nicht ermittelt oder von der Kurve „gedeckt“ werden.

Dass der DFB dann natürlich auch noch ein „Sonderrecht Hoffenheim“ eingeführt hat, wonach der Verein von Dietmar Hopp noch nicht einmal für die Verfehlungen seiner Bediensteten bei Heimspielen einzustehen hat, während selbstverständlich alle anderen Vereine für das Verhalten ihrer Fans sogar bei Auswärtsspielen haften, sei nur am Rande erwähnt.

Mit dieser unerträglichen Arroganz der Macht, die aus der Willkür der DFB-Urteile spricht, werden die Fankurven allerdings wohl eher radikalisiert als endgültig befriedet werden.


Eintracht Frankfurt hat, so las man, zwar dem Antrag des Kontrollausschusses nicht zugestimmt, sieht aber nun von Rechtsmitteln gegen das gleichlautende Urteil des Sportgerichts ab.

Wir würden uns wünschen, dass sich auch die Vereine im Allgemeinen und Eintracht Frankfurt im Besonderen stärker, lauter und häufiger gegen die neue Willkür der DFB-Urteile zur Wehr setzen. Dass aus Reihen der Vereine und insbesondere aus Reihen der Eintracht auf die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze beharrt wird, dass man Kollektivstrafen und Sippenhaft insgesamt ablehnt. Dass ein Verein laut darauf hinweist, dass es unmöglich ist zu verhindern, dass Pyrotechnik ins Stadion gelangt, solange man die Menschenwürde zigtausender Besucher wahren möchte. Dass die Vereine es ablehnen, die Folgen einer katastrophalen DFB-Politik im Umgang mit der Pyro-Kampagne zu zahlen. Dass ein Verein sich vor seine Fans stellt, wenn es notwendig ist.

Auch hier hat Eintracht Frankfurt im Zusammenhang mit unserem Ausschluss vom Union Berlin-Spiel eine weitere Chance versäumt. Man hätte öffentlich darauf hinweisen sollen, dass es in dieser Saison bei Eintrachtspielen nur zu ganz wenigen, kleineren Vorkommnissen kam. Dass zahlreiche Vereine der ersten und teilweise auch zweiten Liga dieses Jahr viel häufiger und massiver den Einsatz von Pyrotechnik bei den eigenen Fans erleben mussten als Eintracht Frankfurt.

Stattdessen wurde leider wieder einmal – wie schon im Falle des Ausschlusses Dresdner Zuschauer bei uns am 16. März – eine fragwürdige DFB-Entscheidung klaglos hingenommen (und im Falle Dresden sogar zu Lasten eigener Anhänger bereitwillig umgesetzt).
Wir fordern die Eintracht Frankfurt Fußball AG auf, die ausgesprochene Strafe zu kritisieren und dagegen zu protestieren, dass eine Vielzahl von unschuldigen Fans bestraft wird. Eintracht Frankfurt sollte sich mit den übrigen Profivereinen auf eine Vorgehensweise zur Erreichung einer durchsichtigen und gerechten Bestrafungsmethodik verständigen. Es wäre begrüßenswert, wenn unsere Eintracht in diesem Fall die Initiative ergreift.

Alle diese Überlegungen und jede noch so berechtigte Kritik an DFB und an der Eintracht Frankfurt Fußball AG dürfen uns aber nicht hindern, auch die eigene Seite zu reflektieren.

Zwar können, wollen und werden wir an dieser Stelle bewusst keine Aussage zum generellen Einsatz von Pyrotechnik treffen. Dazu gibt es innerhalb der Fanszene verschiedenste berechtigte Meinungen; und ein Konsens in dieser Frage ließe sich – wenn überhaupt – nur nach einer längeren Diskussion und ohne einen durch Willkürakte des DFB erzwungenen Druck finden.

Aber unabhängig davon muss sich zum derzeitigen Zeitpunkt jeder Eintracht-Fan in unserer Fanszene entscheiden, ob der Zusammenhalt innerhalb der Fanszene sowie eine uneingeschränkte Unterstützung im Kampf um den Aufstieg wichtiger sind, als das schwachsinnige Werfen eines Böllers. Ganz besonders, wenn man diese in Menschenmassen zündet. Auch für die Befürworter von Pyrotechnik stellt sich die Frage, welchen Sinn es haben soll, Böller in Menschenmassen zu zünden, anstatt sich dafür einzusetzen, dass Pyrotechnik als optisches Stilmittel benutzt werden kann. In dieser Hinsicht gilt es speziell auf einige Fans im unorganisierten Umfeld der Fanszene einzuwirken, die solche Aktionen offenbar als Teil ihres Fußballausflugs empfinden. Sicherlich ist dies keine leichte Aufgabe, denn es besteht der Eindruck, dass sich ein Teil dieses unorganisierten Umfelds offenbar auch und gerade durch anhaltende negative Berichterstattung angezogen fühlt

Es ist zum derzeitigen Zeitpunkt unabdingbar, dass wir innerhalb der Fanszene einen Konsens erreichen, um die letzten Auswärtsspiele für uns Fans nicht zu gefährden. Ein Ausschluss von Eintracht-Fans für ein Spiel, in dem es um den Aufstieg gehen könnte, wäre die wohl schlimmste Strafe, die uns treffen könnte.

Daher sollte jeder darauf hinwirken, dass es innerhalb der Fanszene zu keinen weiteren Vorfällen kommt, die Sanktionen in den Aufstiegsspielen verursachen könnten. Trotz des gerechtfertigten Unmuts über die Bestrafungsmethodik des DFB, den oft mangelhaften Umgang unserer Eintracht mit ihren Fans und die reißerische Berichterstattung der Presse, sollten wir uns diesem Ziel alle unterordnen. Es gilt jetzt alle Kräfte für den Aufstieg zu bündeln und innerhalb der Fanszene dafür zusammenzustehen. Wir alle wollen mit 10.000 Frankfurtern in Karlsruhe einen gelungenen Abschluss einer Saison feiern, die mit dem Aufstieg gekrönt wurde. Was jetzt zählt, ist alles dafür zu geben und nichts anderes.

Der Nordwestkurve-Rat

 

Offener Abend im Fanhaus Louisa am 15.03.2012

Hiermit laden wir jeden Interessierten herzlich ein, mit uns am Donnerstag, den 15.03.2012, ab 19 Uhr, einen „Offenen Abend“ im Fanhaus Louisa zu verbringen. Ursprünglich hatten wir geplant, diesen Abend für ein besseres gegenseitiges Kennenlernen - ohne spezielles Thema - zu nutzen. Bei der ersten Informationsveranstaltung wurde nämlich deutlich, dass großer Bedarf besteht, mit uns persönlich zu reden, ohne dabei vor einer größeren Menschenmenge sprechen zu müssen. Dafür haben wir vollstes Verständnis und wollen euch natürlich am Donnerstag diese Möglichkeit auch bieten.

Doch die Ereignisse der letzten Tage lassen keinen von uns kalt – schließlich scheint nun jeder Auswärtsfahrer direkt von DFB-Sanktionen betroffen zu sein. Wir wünschen uns, dass dieser Abend auch dazu genutzt wird, um über die Problematik der Gästefan-Sperren, Geisterspiele und generell über die Vergabepraxis von Strafen des DFB, aber auch über den Umgang mit Pyrotechnik zu diskutieren – wie können wir als aktive Fanszene in Zukunft mit diesen Problematiken umgehen? Dennoch soll der Abend nicht im Sinne einer "Podiumsdiskussion" ablaufen. Vielmehr hoffen wir, dass viele Eintracht-Fans die Einladung zum "Offenen Abend" annehmen und somit ein konstruktiver Austausch stattfindet.

Über rege Teilnahme würden wir uns sehr freuen.

Protokoll ist online

Das Protokoll zur ersten Veranstaltung des Nordwestkurve-Rat am 7. Februar 2012 wurde ONLINE gestellt.

Hier geht es direkt zum Protokoll

 

NORDWESTKURVE Frankfurt e.V. startet

Wie Ihr vielleicht schon mitbekommen habt, entsteht gerade unter dem Namen NORDWESTKURVE Frankfurt e.V. eine neue Organisation in der Eintracht-Fanszene.


Nachdem wir nun alle für die Gründung wichtigen Diskussionen geführt und die notwendigen Vorarbeiten geleistet haben, möchten wir die Nordwestkurve mit Beginn der Rückrunde 2012 auch offiziell starten lassen.

Ab dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig am Sonntag, 5. Februar 2012 wird es Euch möglich sein, Fördermitglied des Nordwestkurve e.V. zu werden. Wir möchten damit versuchen, eine unabhängige und breit aufgestellte Organisation für die aktive Fanszene zu etablieren, an der sich jeder aktiv beteiligen kann. Wir möchten ausdrücklich Eintracht-Fans aus allen Teilen der Fanszene zusammenbringen und rufen daher jeden, der sich als Teil der Fanszene der Eintracht begreift, auf, sich dem Nordwestkurve e.V. als Fördermitglied anzuschließen. Ultras, Fanabteilungs- und EFC-Mitglieder oder auch "Unorganisierte" sind gleichermaßen willkommen!

Unsere Ziele könnt Ihr hier nachlesen.

Alle weiteren Informationen, beispielsweise zur Mitgliedschaft oder Terminen, findet Ihr ebenfalls auf dieser Homepage.

Besonders hinweisen möchten wir auf unsere erste Infoveranstaltung am 07.02.2012 in Frankfurt Bornheim, auf der wir die Ziele des Vereins und den ersten Norwestkurve-Rat vorstellen und alle offenen Fragen mit Euch diskutieren wollen.

Nordwestkurve Frankfurt, im Januar 2012