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Aus der Corona-Krise lernen: Wir brauchen ein neues Fußballsystem!


Sie kommen nun also wirklich, die Geisterspiele einer Bundesliga, die mit den ersten Corona-bedingten Einschränkungen des Spielbetriebs den finanziellen Existenzkampf ausgerufen hat. Das breite Echo an berechtigter Kritik zeigt, dass sich das Milliardengeschäft Bundesliga nicht nur von uns Fußballromantikern und -idealisten, sondern auch von weiten Teilen der Gesellschaft abgekoppelt hat. Der Drang der Vereine und demnach auch der DFL nach einer Fortsetzung der Bundesliga ist aus ihrer Sicht nachvollziehbar. Ob wir es gut finden, steht dagegen auf einem anderen Blatt Papier.

Was jedoch absolut befremdlich ist, sind die Vorstöße, die eine Abschaffung der 50+1-Regel fordern. Mit diesem durchschaubaren Manöver wird versucht, die turbulente Corona-Zeit zu nutzen, um das europaweit beachtete Alleinstellungsmerkmal der Bundesliga zu vernichten und die eigene Agenda voranzutreiben. Jeder reflektierende und kritische Mensch kann erkennen, dass das "System Fußball" krank ist. Eine unregulierte Öffnung für Investoren macht den Fußball aber zweifellos noch kränker, lässt einen abschließenden Verlust jeglicher Bodenhaftung erwarten und würde den bereits immer deutlicheren Auswüchsen von Spekulation und Korruption weiteren Nährboden geben.

Der heutige Fußball ist zu einem Spekulationsobjekt und einer reinen Geldmaschinerie verkommen. Es lag nie offener auf der Hand, dass es an der Zeit ist, einen Schritt zurück zu gehen. Wir brauchen endlich wirksame Regeln, welche den Fußball zurück zu den Menschen bringen, die ihn lieben und ihn überhaupt erst so populär gemacht haben. Denn in den vergangenen Wochen haben wir alle erlebt, wie kalt man agiert und wie fremd der Fußball uns geworden ist.

Ohne uns, die Fankurven, die Zuschauer im Stadion, die alle Spiele zu dem machen, was sie sind, steht der Fußball ziemlich nackt da. Das zeigten die ersten Geisterspiele bereits deutlich. In den spielfreien Wochen wurde, da es eben auch keine sportlichen Themen gab, nichts als der ungefilterte Blick auf die Geschäftswelt im Fußball frei. Für viele Fans war das, was sie sahen, teils sehr traurig und ernüchternd.

Zu fordern, dass sich dieses System nun noch kränker machen soll, in dem es die letzte Regel abschafft, die es noch einigermaßen am Boden hält, ist blanker Hohn. Es ist nichts anderes notwendig als eine komplette Neuausrichtung des Profifußballs.
Nie war es offensichtlicher, dass wir ein - bestenfalls europaweites - System brauchen, das all diese Auswüchse verhindert. Eine Öffnung für Investoren bringt meist nur ungesundes Wachstum, einen finanziellen Überbietungswettbewerb und birgt immense Abhängigkeitsrisiken gegenüber den Geldgebern. Aber insbesondere wird der sportlich faire Wettkampf torpediert.

Die Bundesliga sollte sich auf ihre ureigensten Stärken konzentrieren und diese konsequent ausbauen. Das ist insbesondere eine im internationalen Vergleich noch einigermaßen basisorientierte Ausrichtung, mit bezahlbaren Ticketpreisen, vollen Stadien und einer lebendigen Fankultur. Dafür wird sie weltweit beneidet. Stattdessen wird immer wieder die Lüge verbreitet, dass eine Öffnung des deutschen Fußballs für Investoren die finanzielle Lücke nach England schließen würde. Diese Lücke könnte vielleicht ein wenig verringert, niemals jedoch geschlossen werden, und selbst das nur auf Kosten unserer Fußballkultur. Dieses Märchen muss der deutsche Fußball endlich als Trugbild enttarnen und sich mit aller Macht dafür einsetzen, dass ein System mit einem fairen sportlichen Wettbewerb geschaffen wird. Man wird die lange enteilte Premier League nicht erreichen, indem man ihre schlechtesten Machenschaften zu kopieren versucht, sondern indem man mit aller Macht versucht, diese Auswüchse einzufangen. Nie war das Bewusstsein der Menschen europaweit größer als dieser Tage, dass im Fußballsystem etwas Grundlegendes nicht stimmt.

Andernfalls werden die Probleme, die die jetzige Krise offenbart hat, bloß verschlimmert. Denn folgende Entwicklung ist beim primär geldgetriebenen Fußball ohne 50+1 zu beobachten: Vereine, die nur so viel ausgeben, wie sie auch einnehmen, und ihre Gewinne fair erwirtschaften, werden zu immer mehr Risiko und immer waghalsigeren Finanzierungsmodellen genötigt, um sportlich mithalten zu können. Dies führt dazu, dass die Vereine permanent an ihren finanziellen Grenzen arbeiten, sich verschulden und dann binnen weniger Wochen vor dem Ruin stehen können. Aus diesem systembedingten Dilemma müssen wir unseren Sport befreien. Sonst können die Vereine auch nur schwerlich ihrer gesellschaftlichen Bedeutung gerecht werden und ihrer sozialen Verantwortung nachkommen, wie etwa sozialverträgliche Ticketpreise anzubieten und soziale Projekte aus der Region zu unterstützen. Die vielerorts besondere Rolle der Vereine für den Zusammenhalt der Menschen in ihrer Heimatregion ist somit gefährdet. Und schließlich leidet auch die Sicherheit der Arbeitsplätze, die in und um den Fußball herum bestehen, sehr unter dem durch Wettbewerbsverzerrung bedingten finanziellen Druck der Vereine.

Daher stellen wir in Anbetracht dieser Fehlentwicklungen die nachstehenden Forderungen. Wir fordern speziell Eintracht Frankfurt (AG und Verein) dazu auf, diese in allen Gremien und Arbeitsgruppen einzubringen und zu diskutieren, um sie anschließend in der DFL voranzutreiben.

Wir können die Forderungen nur grob skizzieren, da wir keinen Einblick in die Interna der Fußballunternehmen haben. Vielleicht wirken manche der Vorschläge weltfremd. Aber wenn sie damit einer Welt fremd sind, in der das gesamte Fußballsystem wegen ein paar Wochen spielfreier Zeit zusammenzubrechen droht, dann scheinen sie nicht komplett falsch zu sein.

Forderungskatalog:
1. Festlegung einer verpflichtenden minimalen Eigenkapitalquote, maximalen Verschuldungsquote sowie verpflichtenden Liquiditätsreserve, zum Schutz des Gesamtbetriebs sowie der Mitarbeiter. Detailliertere Regeln müssen hier von den Vereinen ausgearbeitet werden, da Verschuldungen gegenüber eines Investors anders zu bewerten sind als beispielsweise ein Bankkredit zum Bau einer neuen Geschäftsstelle, wie er aktuell bei unserem Verein erfolgt.

2. Jährliche Festlegung eines Werts der "Basiseinnahmen" eines jeden Vereins als Referenzgröße. Zu diesen originären Einnahmen aus dem Tagesgeschäft zählen:
a.    Zuschauereinnahmen
b.    Merchandise-Einnahmen
c.    Sponsoreneinnahmen (nach Definition im Punkt 3)
d.    TV-Gelder aus den Ausschüttungen der nationalen und internationalen Wettbewerbe.
e.    Transferüberschüsse

3. Als Sponsoreneinnahmen dürfen nur Zahlungen gelten, die in einem angemessenen Verhältnis zum Marktwert des Vereins auf dem Grundsatz "Leistung und Gegenleistung" fließen. Wie dieser Marktwert zu ermitteln ist, müssen einzig die basisgeführten Vereine ausarbeiten, da diese Regelung erwartbar gegen die Interessen der "Scheinvereine" entwickelt werden muss. Weitere strukturelle Wettbewerbsverzerrungen zugunsten dieser "Vereine", welche die 50+1-Regel umgehen, müssen entschieden verhindert werden.

4. Wir fordern eine Höchstgrenze, die ein Verein für Spielergehälter ausgeben darf.
Diese ist als Prozentsatz an den originären Einnahmen (siehe Punkt 2) des aktuellen Jahres und der Vorjahre zu definieren.

5. Wir fordern eine Höchstgrenze, die ein Verein für Berater ausgeben darf.
Diese ist als Prozentsatz an den originären Einnahmen (siehe Punkt 2) des aktuellen Jahres und der Vorjahre zu definieren.

6. Wir fordern eine Höchstgrenze, die ein Verein für Spielertransfers ausgeben darf.
Diese ist als Prozentsatz an den originären Einnahmen (siehe Punkt 2) des aktuellen Jahres und der Vorjahre zu definieren. Transfers zwischen wirtschaftlich verbundenen Vereinen müssen begrenzt werden und können in keinem Fall positive finanzielle Effekte bewirken.

7. Vollständige Rückkehr zur 50+1-Regel, ohne jegliche Ausnahmen. Vereine, die diese Regel derzeit umgehen oder eine Ausnahmeregelung haben, müssen innerhalb einer festgelegten Zeit die entsprechenden Strukturen schaffen. Daran gekoppelt sein muss ein offenes Mitgliedersystem der jeweiligen Basisvereine für voll stimmberechtigte Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag für ein stimmberechtigtes Mitglied darf den durchschnittlichen Mitgliedsbeitrag der anderen Bundesligisten nur um einen bestimmten Prozentsatz überschreiten.

8. Anteilsverkäufe an ausgelagerten Kapitalgesellschaften, die für den Bundesliga-Spielbetrieb verantwortlich sind, dürfen nur nach Zustimmung durch die Mitgliedschaft des Basisvereins erfolgen.

9. Das Verleihen von Spielern in größerem Umfang muss weiter begrenzt werden, so dass Vereine nicht Dutzende Spieler verleihen und als reine "Handelsware" betrachten.

10. Strenge Regulierung des Transfermarkts minderjähriger Spieler, so dass auch diese zu keiner "Handelsware" verkommen. Speziell dem Abwerben minderjähriger Spieler aus den Nachwuchsleistungszentren müssen klare Grenzen gesetzt werden.

11. Konsequente und transparente Ahndung von Verstößen gegen diese Regeln. Werden Regeln gebrochen oder offensichtlich umgangen, muss eine konsequente Sanktionierung folgen, auch gegen die "größten" Vereine eines Wettbewerbs. Es muss endlich ein wirksames "Financial Fairplay" her!

Keine dieser Forderungen beeinträchtigt die Regeln des "freien Marktes". Wenn ein Verein so wirtschaftet, dass er einen Spieler für 200 Millionen Euro verpflichten kann, steht dem nichts entgegen. Von europaweit festen Regeln, welche die Geldflüsse am originären Geschäft orientieren, können alle Seiten nur profitieren. Es geht darum, einen fairen und unverzerrten Wettbewerb zu schaffen, in dem man sich durch gute Arbeit im Kerngeschäft und nicht durch externe Finanzspritzen nach oben arbeiten kann. Ziel ist ein Wettbewerb auf Augenhöhe, den es seit Jahren in der Bundesliga nicht mehr gibt. Vielmehr erleben wir einen nahezu vorhersehbaren Saisonverlauf und einen in hohem Maße planbaren sportlichen Erfolg durch ungleiche finanzielle Möglichkeiten.

Damit unser aller Fußball in der bekannten Form erhalten bleibt, muss sich nach der Corona-Pandemie etwas grundlegend ändern. Der Fußball braucht Taten und keine Lippenbekenntnisse - oder wir werden rückblickend nur einen kurzen Anflug von Demut im Fußballgeschäft erlebt haben! Vieles aus der Scheinwelt des Fußballgeschäfts stand in den letzten Wochen entblößt vor den Menschen, viele Menschen hat das enttäuscht und schockiert. Nun heißt es für die Vereine und die DFL anzupacken, um endlich wieder zu einem sportlichen Wettbewerb zurückzufinden, der nicht ausschließlich finanzielle Interessen verfolgt. Ein solcher Fußball könnte Millionen von enttäuschten und desillusionierten Fußballfans wieder mit ihrem Sport versöhnen.

Der Nordwestkurve-Rat
Frankfurt am Main, 13. Mai 2020

Spendenaufrufe aus der Fanszene

Gude Nordwestkurve,

der Worte sind genug gewechselt. Wir können derzeit keine Spiele unserer Eintracht sehen, es gibt andere Dinge, die viel wichtiger sind! Aber eine Sache ist klar, die Eintrachtfamilie steht zusammen! Je mehr wir alle uns an die Verhaltensregeln halten, desto schneller wird sich die Situation auch wieder normalisieren. Helft den Leuten in eurer Umgebung, die Hilfe benötigen, das zeichnet uns als Fanszene aus.

Was uns auch auszeichnet, sind Aktionen in denen wir immer wieder Solidariät mit den Personen in unserer Gesellschaft gezeigt haben, die hilfsbedürftig sind. Viele der Organisationen, die wir lange schon unterstützen, benötigen nun umso mehr unsere Hilfe. Anbei findet ihr eine Übersicht über die bestehenden Aktionen, die wir gerne teilen möchten.

 

Wenn ihr nun den einen oder anderen Euro habt, den ihr für Menschen spenden könnt, die es dringend benötigen, unterstützt eine dieser Aktionen, oder natürlich gerne auch eine andere Organisation eurer Wahl. Zeigt die Solidarität, die uns immer stark gemacht hat!

Eintracht!

Euer Nordwestkurve-Rat

Die Fanszene von Eintracht Frankfurt zum Montagsspiel gegen Union

Die Fanszene von Eintracht Frankfurt zum Montagsspiel gegen Union:

Gude Eintrachtfans, es ist schon wieder passiert. Man hat uns ein Montagsspiel reingedrückt. Zum fünften Mal bei insgesamt nur 14 terminierten Montagsspielen! Diesmal gegen Union Berlin, ein Spiel, das schon in der Hinrunde an einem Wochentag stattfand. Trotz der Entfernung von 550 Kilometern.

Als viele von uns begonnen haben, zum Fußball zu gehen, fand das hauptsächlich am Samstag um 15.30 Uhr statt. In dieser Saison haben wir bei 28 terminierten Spielen sagenhafte sieben Mal an diesem traditionellen Termin gespielt. 75% der Spiele waren freitags, sonntags, montags oder mittwochs. Es ist ja nicht so, dass wir durch den Europapokal nicht schon genug Spiele unter der Woche hätten – nein, wir bekommen die Randtermine auch dann, wenn wir vorher nicht international spielen. Ob am Freitag gegen Augsburg oder in Dortmund oder kürzlich sonntagabends in Paderborn. Und eben Montagsspiel um Montagsspiel!

Wir haben uns von Beginn an klar gegen die Montagsspiele positioniert. In der gesamten Fanszene ist es Konsens, dass grundsätzlich kein einziges Montagsspiel im Rahmen eines regulären Bundesligaspieles stattfinden darf. Auch das Argument „die Montagsspiele sind doch abgeschafft“ gilt hier nicht. Sind sie offensichtlich nicht – wir spielen ja schon wieder montags. Und in der übernächsten Saison 2021/2022 wird der Zusatztermin eben nicht ersatzlos gestrichen, sondern durch ein Spiel am späten Sonntagabend ersetzt; es bleibt also ein Zusatztermin. Das ist zwar dann nur noch halbscheiße, aber bestimmt kein Grund für lauten Applaus. Die Spieltagszerstückelung wird schließlich mitnichten zurück gedreht. Wie schon bei der Einführung der Montagsspiele hat übrigens auch unser Verein dem neuen Termin zugestimmt. Bis jetzt haben wir mit unseren Protesten also einen kleinen Erfolg erzielt – aber eben nur einen kleinen. Es darf sich bei den Montagsspielen keine schleichende Akzeptanz, kein Gewöhnungseffekt einstellen! Schneller als wir gucken können, könnten wir sie sonst wieder am Bein haben!

Wie schnell so etwas passiert, kann man aktuell nämlich schon verfolgen: Bereits jetzt spielen die Verbände mit dem Gedanken, während der absurden Winter-WM in Katar doch einfach nachmittags noch Bundesliga zu spielen. Spielen wir dann dienstags um 15.30 Uhr in Berlin, während die Bayern beziehungsweise die „großen Vereine“ dann Wochen oder Monate später ihre Nachholspiele spielen? Man stört sich bei den korrupten Verbänden anscheinend nicht mal mehr an offener Wettbewerbsverzerrung. Abgesehen davon, dass der DFB sich diese Terminschwierigkeiten selbst eingebrockt hat – er war ja der Ansicht, eine WM in Katar sei eine richtig tolle Sache –, zeigt es einfach, dass die fanfeindliche Agenda in Wahrheit stetig vorangetrieben wird. Es geht auch weiterhin ausschließlich um das große Geld, Faninteressen spielen da wie so oft keine Rolle.

Nun haben wir als Fanszene zwei Möglichkeiten: Wir können dieses Spiel am Montag einfach stillschweigend hinnehmen oder im Rahmen unserer Möglichkeiten dagegen protestieren. Wir entscheiden uns – wie schon in der Vergangenheit – für den Protest! Da der Protest beim letzten Montagsspiel, speziell durch die mangelnde fanszeneinterne Kommunikation, die gewünschte Wirkung verfehlt hat, sondern im Gegenteil hohe Wellen geschlagen hat, möchten wir wieder als gesamte Fanszene auf eine vollständig gemeinsam geplante Aktion setzen.

Daher geben wir frühzeitig bekannt, wie wir den Spieltag gegen Union Berlin gestalten werden:
Nämlich gar nicht! Wir werden während des gesamten Spiels auf jegliche Form des Supports verzichten! Zusätzlich wird die aktive Fanszene die Blöcke im Unterrang der Nordwestkurve nicht betreten und das Spiel im Umlauf verbringen. Wir bitten alle Eintrachtfans, sich dem anzuschließen, ganz besonders, wenn ihr euch als Teil unserer Fanszene begreift. Wir möchten, dass der Unterrang der Nordwestkurve das gesamte Spiel leer bleibt! So weh es uns auch selbst tut: Wer sich als Teil unserer Kurve begreift, den bitten wir, diese Entscheidung zu respektieren und sich uns anzuschließen. Wir freuen uns aber natürlich über jeden Adler – gleich welcher Tribüne –, der den Protest unterstützt. Wir wollen mit dem Bild der leeren Fankurve unübersehbar deutlich machen, dass für uns die rote Linie, die wir schon beim ersten Montagsspiel beschrieben haben, lange überschritten ist. Wir sind keinesfalls bereit, eine gute Miene zum Montagsspiel zu machen!

Selbstverständlich werden wir, wie auch sonst immer, die Mannschaft entsprechend darüber informieren.
Für alle Eintrachtfans, die am Protest partout nicht teilnehmen wollen, wird es in Absprache mit Eintracht Frankfurt die Möglichkeit geben, auf andere Plätze im Stadion auszuweichen.

Zu den üblichen und erwartbaren Einwänden und Bedenken gegen den gemeinsamen Protest sagen wir:
Ja, es ist ein wichtiges Spiel in einer wichtigen Phase der Saison und ja, die Mannschaft braucht unsere Unterstützung. Allerdings: Es ist so gut wie immer ein wichtiges Spiel, so gut wie immer eine wichtige Phase der Saison. Wenn wir uns aber aus diesem Grund nie gegen Schikanen und Fanfeindlichkeit wehren, wird es irgendwann dazu kommen, dass wir als aktive Fans unsere Mannschaft (gerade auswärts) nicht mehr angemessen unterstützen können! Dann wird das, was den deutschen Fußball momentan besonders heraushebt – eine lebendige, aktive Fankultur in vollen Stadien –, zu Gunsten von fernsehfreundlichen Spielterminen für Zielgruppen in Fernost und Übersee verschwinden.

Ein kurzer Blick in die anderen großen europäischen Ligen genügt, um die Auswirkungen von ungebremstem Kommerz zu sehen. Erinnert euch an unsere Auswärtsspiele im Europapokal, diese trostlose Zukunft erwartet auch die deutschen Stadien, wenn wir als Fans uns nicht rechtzeitig wehren. Spaß macht das natürlich niemandem von uns – aber es ist leider notwendig. Zeigen wir den Verbänden, dass wir uns von ihren Scheinkompromissen nicht blenden lassen.
Setzen wir als gesamte Fanszene ein weiteres Mal ein deutliches Zeichen und stehen in Eintracht und Stärke zusammen! Für den Erhalt unserer Fankultur! Eintracht!

Nordwestkurve e.V.

Fanclubverband e.V.

Ultras Frankfurt 1997

Einladung zum Wintergrillen 2020

***Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns am letzten Samstag beim Wintergrillen besucht haben und natürlich ein ganz besonders Dankeschön an unseren Ehrengast Rudi Bommer, der uns mit einigen Anekdoten aus seiner fußballerischen Karriere unterhalten hat.***

 

Gude Nordwestkurve,

ihr seid hoffentlich alle gut ins neue Jahr gestartet!

Nach einem erfolgreichen Auftakt in die Rückrunde gestern geht es am Samstag mit unserem ersten Heimspiel los, damit auch mit unserem neuen Mitgliedsjahr.

Wie auch in den letzten Jahren möchten wir euch zum traditionellen Wintergrillen einladen.

Wann? Am Samstag, 08. Februar 2020 ab 15:00h.

Wie immer im Fanhaus Louisa, wie immer mit Essen & Getränken zu fairen Preisen. Dieses Mal konnten wir auch wieder einen Ehrengast für den Abend gewinnen. Lasst euch überraschen, wer sich für eure Fragen, Anregungen oder einfach nur ein Gespräch in lockerer Runde die Zeit nimmt.

Da die Mitgliedschaft immer für ein volles Kalenderjahr gültig ist und mit dem 31.12.2019 automatisch geendet hat, könnt ihr ab sofort wieder Mitglied des Nordwestkurve e.V. werden. Entweder ihr

  • überweist uns 7€ an unsere Bankverbindung

Nordwestkurve Frankfurt e.V.

IBAN: DE53 5105 0015 0140 2733 43
Verwendungszweck: Mitgliedschaft 2020

und schickt uns parallel eine Email an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. inklusive ausgefülltem Antrag,

  • kommt ab dem nächsten Heimspiel zum Container am Gleisdreieck,
  • kommt an den NWK Stand vor Block 40 oder
  • werdet Mitglied beim Wintergrillen.

Bitte bringt bestenfalls einen leserlich(!) ausgefüllten Antrag mit, zu finden ist dieser hier:

http://nordwestkurve.net/NWK_Anmeldung_2020.pdf

Bei letzteren 3 Optionen kostet die Mitgliedschaft 5€, da Mitgliedsausweis und Mitgliedergeschenk direkt übergeben werden und nicht an euch versendet werden müssen.

Wir freuen uns, wenn ihr auch in diesem Jahr das Ziel einer starken Frankfurter Fanszene stützt, die Mitgliedschaft sollte für den aktiven Teil der Fanszene obligatorisch sein! Ihr habt keinerlei Verpflichtungen, unterstützt aber Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Fanszene, Vertretung eurer Interessen gegenüber der Öffentlichkeit und relevanten Institutionen.

Ihr habt Fragen oder Anmerkungen? Dann kommt auf uns zu!

Wir freuen uns auf den 08. Februar 2020 in der Louisa!

Euer Nordwestkurve-Rat

Einladung zur Veranstaltung 'Dein gutes Recht'

 

 

Gude Nordwestkurve,

es ist nun schon einige Jahre her, dass wir bereits zweimal eine Veranstaltung mit der Rechtsanwältin Waltraut Verleih zum Thema: "Dein gutes Recht" durchgeführt haben.
Da wir viele Anfragen von unseren Mitgliedern bekommen haben, ob diese Veranstaltung nicht noch einmal wiederholt werden kann, findet diese nun am Mittwoch, den 13.11.2019, ab 19:30 Uhr statt.

Das Ganze ist als Gesprächs- und Informationsveranstaltung zum Thema „Dein gutes Recht als Fußballfan“ zu verstehen.
Immer wieder kommt es vor, während oder nach Fußballspielen zu „Begegnungen“ zwischen Fußballfans und Polizeibeamten. Viele Fans sind sich unsicher, wie sie sich in bestimmten Situationen am besten verhalten sollen. Wie verhalte ich mich bei polizeilichen Maßnahmen, wie z.B. einem Platzverweis, einer Identitätsfeststellung, einer Festnahme? Welche Auskünfte muss ich gegenüber der Polizei machen; welche Auskünfte müssen Polizisten mir geben? Welche Möglichkeiten habe ich, gegen einen Eintrag in die Datei Gewalttäter Sport oder ein Stadionverbot vorzugehen?

Zu dieser Veranstaltung haben wir erneut die Frankfurter Rechtsanwältin Waltraut Verleih eingeladen. Frau Verleih ist Fachanwältin für Strafrecht und Mitglied der bundesweiten „Arbeitsgemeinschaft Fananwälte“ (http://fananwaelte.de)

 

An diesem Abend soll die Gelegenheit bestehen, allgemeine Fragen zu rechtlichen Themen zu besprechen, die einem als Fußballfan begegnen können. Weil die Fragestellungen hierbei sehr vielseitig sein können, bieten wir an, dass Themenwünsche bis zum 06.11.2019 unter  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. eingereicht werden können. Bitte bedenkt dabei aber, dass die Veranstaltung nicht dazu dient, eine individuelle Rechtsberatung zu einem konkreten Einzelfall, in den ihr vielleicht verwickelt seid, zu erlangen, es sollte sich dabei um allgemeingültige Fragestellungen handeln.

Alle die bei den ersten Veranstaltungen dabei waren, können mit Sicherheit bestätigen, dass Frau Verleih äußerst interessante Dinge zu diesem Themengebiet zu berichten hat. Deshalb können wir euch allen diesen Termin nur wärmstens empfehlen. Geht hin, hört euch das Ganze an und ihr werdet merken, wie wichtig es ist, solche Informationen einmal aus erster Hand erzählt zu bekommen.

 

Das ganze findet im SAALBAU Gutleut (nähe Frankfurter Hauptbahnhof) statt.

Adresse:
Saalbau Gutleut
Rottweiler Straße 32
60327 Frankfurt am Main

 

Informationen zur Anfahrt findet ihr hier:
http://www.saalbau.com/die-frankfurter-saalbauten-raumangebot/saalbau-gutleut.html

Eine Anreise mit dem ÖPNV ist empfehlenswert, die Parkplatzsituation ist sehr schlecht.

Euer Nordwestkurve-Rat



Neuer Nordwestkurve-Rat

 

Gude Nordwestkurve,

 

wir möchten uns bei Euch sowohl für die Teilnahme an der NWK Versammlung am 02. November als auch bei der in diesem Rahmen stattfinden Wahl des neuen Nordwestkurve-Rats bedanken.

Die für das kommenden Jahr gewählten Ratsmitglieder sind: John, Fabian, Inga, Julia, Jugo, Dario, Mathias, Tim, Claudia, Jürgen und Dominik.

Ein herzliches Dankeschön geht an die scheidenden Ratsmitglieder Birgit, Donna, Manu und Thomas, die den Nordwestkurve-Rat in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt haben.

Wir freuen uns, Euch im kommenden Jahr vertreten zu dürfen und möchten an dieser Stelle nochmals explizit dazu aufrufen, bei Anregungen oder Fragen mit uns über Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. in Kontakt zu treten.

 

Euer Nordwestkurve-Rat

 

 

 

Verwässerung der Eintracht-DNA - NEIN ZU MÖLLER

 

Die Personalie Andy Möller beschäftigt das Umfeld der Eintracht seit Tagen. Unterschrieben ist noch nichts, die Anzeichen verdichten sich aber, dass Möller der Nachfolger von Armin Kraaz als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums werden soll. Auch wir wollen und müssen uns dazu äußern, denn eine Verpflichtung von Andy Möller – egal in welcher Funktion – wäre ein absolutes No-Go!
Über die einzelnen Verfehlungen, die sich Möller in der Vergangenheit gegenüber unserem Verein geleistet hat, wollen wir uns an dieser Stelle gar nicht auslassen. Sein aus 2017 stammender Satz, er habe zur Eintracht keine Verbindung und mit Frankfurt nichts zu tun, spricht Bände. Er bestärkt die vergangenen Eindrücke und zeigt, dass es keinesfalls nur alte Kamellen sind, die irgendwelche romantischen Fußball-Idealisten nun ausgraben.
Viel mehr wollen wir auf einen anderen Aspekt hinaus. Denn die über Jahrzehnte entwickelten Werte, die sogenannte „Eintracht-DNA“, drohen offensichtlich durch den Erfolg verwässert zu werden. Ausführlicher: Uns gefallen viele Entwicklungen im modernen Fußball nicht, die auch vor unserem Verein nicht Halt machen. Gerade in der Ära Bobic sind Entscheidungen getroffen und Äußerungen getätigt worden, die für Kopfschütteln gesorgt haben. Das meiste davon haben wir hingenommen, der sportliche Erfolg, den wir alle genießen und der den Verantwortlichen in vielen Punkten Recht gibt, hat wesentlich dazu beigetragen. Uns liegt es auch fern, in die Belange der sportlichen Entscheider reinzureden. Wir maßen uns nicht an, die hoch komplexen Anforderungen an die Leitung einer Fußball-AG kleinzureden. Dennoch erwarten und verlangen wir, dass die viel beschworene Eintracht-DNA über allem steht. Das gilt für Herrn Bobic genauso wie für alle anderen.
Gerade seine aktuellen Äußerungen lassen uns ratlos zurück. Erfolg hin oder her: Mit welchem Recht maßt sich Fredi Bobic an, die Kritik an der Personalie Möller mit seinem persönlichen Schicksal zu verbinden? Das klingt gleichzeitig nach Gutsherrenart eines Sonnenkönigs, aber auch wie ein beleidigtes, bockiges Kind. In jedem Fall aber zeigt sich eine seltsame Vorstellung von Demokratie in einem Fußballverein. Und dass die Meinung großer Teile der Fanszene Bobic nicht interessiert, mag sein. Es zeugt aber auch von einer gewissen Arroganz, die bei einem Verein wie Eintracht Frankfurt, der gerade in der jüngeren Vergangenheit sehr vom Schulterschluss mit den Fans profitiert hat, nicht angebracht ist.

Denn als kritische und mündige Fanszene, von der Eintracht Frankfurt seit Jahren profitiert, nehmen wir uns das Recht heraus, Dinge zu hinterfragen. Erst recht dann, wenn es um die Werte unseres Vereins geht, den wir alle Tag für Tag und Wochenende für Wochenende mit Leben füllen. Die sportlichen Erfolge von Andy Möller sind unbestritten. Sein fachliches Wissen kann und soll hier nicht beurteilt werden. Was aber sehr wohl beurteilt werden kann, sind die schwachen Charakterzüge von Andy Möller. Diese stehen so ziemlich für das Gegenteil unserer Werte wie z. B. Vereinstreue und der Stolz, den Adler zu tragen. Für uns drängt sich deshalb die Frage auf, wie Andy Möller unseren zukünftigen Spielern die Eintracht-DNA vermitteln soll? Er hat sie in der Vergangenheit mehrfach mit Füßen getreten und steht voll und ganz für den modernen Fußball, in dem jeder, der nicht dem großen Geld folgt, als Fußball-Idealist belächelt wird. Jemand mit diesen Werten kann kein Vorbild sein.

Wenn sein Name dann dennoch kursiert und die Verantwortlichen ihn als die Ideallösung sehen, dann sehen wir auch etwas: nämlich rot. Qualifikation, erfülltes Anforderungsprofil und sportliche Sachzwänge hin oder her - Andy Möller hat bei unserem Verein nichts verloren! Und Fredi Bobic sollte es mit seinen Entscheidungen, die dem Geist von Eintracht Frankfurt nicht entsprechen, nicht übertreiben.

Der Nordwestkurve-Rat
29.09.2019

 

 

 

Stellungnahme des Nordwestkurve-Rats zu den Geschehnissen in Mailand

Es ist nicht entschuldbar, dass sich einzelne Personen nicht an Absprachen und Verhaltensregeln unserer Kurve halten!

Bereits im Jahr 2013 haben wir uns sehr deutlich gegen Pyrotechnik, welche die Hand verlässt, ausgesprochen. Leider gibt es seitdem immer wieder Vorfälle, die gegen diesen Konsens verstoßen, auch wenn diese seltener werden.

Der Nordwestkurve-Rat hat zum Ziel, die aktive Fanszene besser zu vernetzen sowie die gemeinsame Konsensbildung zu fördern. In den letzten Jahren wurde dabei sehr viel erreicht. Der vergangene Donnerstag war jedoch ein großer Rückschritt in dieser Arbeit.

Wir werden aktiv dazu beitragen, dass der Zusammenhalt der aktiven Fanszene bestehen bleibt. Dahingehend ist es mehr als ein Signal, dass die Gruppe Ultras Frankfurt 97 gestern klar und unmissverständlich Stellung zu den Vorkommnissen bezogen hat.

Wir setzen im Sinne unserer Fanszene alles daran, die Aufarbeitung der Vorfälle zu unterstützen, um die hart erarbeitete Gemeinschaft nicht zu gefährden.

Denn wie heißt es so schön:

Eintracht über alles!

 

Nordwestkurve-Rat

März 2019

Die Fanszene von Eintracht Frankfurt zum Montagsspiel in Düsseldorf:

Unsere Freunde der DFL haben uns mal wieder ein Montagsspiel reingedrückt. Dass das ein Vorteil für unsere Mannschaft, die drei (!) Tage später zum entscheidenden Achtelfinalspiel bei Inter Mailand antreten muss, sein soll, ist natürlich ein schlechter Scherz. Konkret bedeutet dies, dass unsere Mannschaft erst in der Nacht zum Dienstag wieder in Frankfurt ist und sich dort nicht mehr richtig vorbereiten kann, da sie Mittwochvormittags bereits nach Mailand fliegt. Ein Montagsspiel ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt macht also überhaupt keinen Sinn, sondern ist ein klarer Wettbewerbsnachteil.

Aber auch wir Fans werden in den anstrengenden Europapokalwochen noch einmal schön drangsaliert.Wir verstehen jeden, der sich das nicht gefallen lässt und daheim bleibt. Wir wollen als Fanszene aber weiterhin sichtbare Zeichen setzen. Auch wenn die Montagsspiele angeblich ab 2021 abgeschafft sein sollen – das glauben wir erst, wenn es so weit ist.
Diesmal variieren wir allerdings unseren Protest. Wir werden dem Spiel in der ersten Halbzeit nicht den gewohnten Rahmen bieten, sondern den Gästeblock leer lassen, auch wenn uns das am meisten schmerzt. Es ist aber unabdingbar, um weiterhin zu zeigen, dass diese Spiele von uns Fans nicht akzeptiert werden. Wir lassen uns nicht einlullen. Montagsspiele gehören sofort abgeschafft!
So, wie wir ALLE GEMEINSAM europäische Fußballfeste feiern können, können wir auch ALLE GEMEINSAM ein Zeichen des Protestes setzen.
Zur zweiten Halbzeit gehen wir dann in den Block und zeigen, was Eintracht Frankfurt ist! Alle zusammen für unsere Fanszene und Eintracht Frankfurt.
MONTAG – WARUM, LAN?

Peter Beuth und sein Mythos der Gefahr

 

Das Verhältnis der Fanszene Frankfurt und dem hessischen Innenministerium in Person von Peter Beuth ist seit Monaten angespannt. Das liegt daran, dass sich Innenminister Beuth angeblich die Sicherheit beim Stadionbesuch auf die Fahne geschrieben hat. Ein Blick auf die offiziellen Statistiken hätte einem Normalsterblichen genügt, um festzustellen, dass die Sicherheit überdurchschnittlich hoch ist. Da Beuth das allerdings anders sieht, Ordnungswidrigkeiten mit Straftaten verwechselt, stiftet er solange Unruhe, bis er sich als Erlöser profilieren kann oder eben einfach nur Aufmerksamkeit für sein Ego bekommt.

Einmal die Entscheidung gefasst, missbraucht Beuth das Amt des Innenministers für seinen steuerfinanzierten Privatkrieg, indem er die unangemessenen und verhältnislosen Einsätze der Polizei toleriert und somit die Eskalation zwischen Polizei und Stadionbesuchern gezielt provoziert. Sein Vorgehen der Herbeiführung einer Eskalation ist dabei zwar von unglaublicher Unkenntnis beim Thema Fußballgewalt geprägt, hat jedoch Methode. Er versucht diese Eskalation gezielt durch das Übertreten „roter Linien“ zu erreichen. Dazu zählt beispielsweise das Betreten einer Fankurve durch Polizeieinheiten. Verantwortliche mit Sachkenntnis ordnen dies als ultima ratio ausschließlich bei gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen Gefahr für die Unversehrtheit von Personen besteht, an.
Dies wurde vor einigen Wochen bereits ohne erkennbaren Anlass getan, wobei die Beamten mit Knüppeln und Pfefferspray im Anschlag nur auf eine Reaktion der Fankurve warteten. Ein weiteres Beispiel ist das mehrfache Aufstellen oberhalb von Block 32A und 32B in kompletter Einsatzmontur. Daran ist besonders beachtlich, dass jeweils keine Gefahr bestand und der Aufzug der Staatsgewalt ausgerechnet auf Rollstuhlfahrern zur Verfügung stehenden Plätzen stattfand.

Solche Situationen waren vor ein paar Wochen noch undenkbar und führen zu völlig unnötigen Spannungen. Es gibt jede Menge weitere Beispiele von anlasslosen Schikanen und Provokationen durch die Polizei. Dies geschieht erst seit einigen Monaten, allerdings jeweils so unnötig und so provokativ, dass es offensichtlich ist, welches Ziel verfolgt wird: Die Eskalation mit den gewünschten Bildern für die politischen Ziele des Innenministers.

Die Eskalationstaktik trug bisher jedoch nicht die gewünschten Früchte, wofür das jeweils besonnene Reagieren der Fanszene besonders hoch zu bewerten ist. Das Interview Peter Fischers am Vortag war hierbei nicht der Grund der Vorgänge am Spieltag, es war der fadenscheinige Anlass für eine längst geplante Maßnahme, zumal Fischer bereits vor den Maßnahmen klar Stellung bezogen hatte und seine Aussagen auch für Personen ohne jegliche Kenntnis der Fanszene erläuterte.

Die Vorfälle vor dem Spiel gegen Shakthar Donetsk sind hinlänglich beschrieben. Selbstkritik von Seiten der Polizei erwartet schon lange niemand mehr. Die schweren Verletzungen von Menschen wegen eines Transparents, welches nicht mal den Tatbestand der Beleidigung erfüllen dürfte, als angemessen und notwendig zu rechtfertigen, ist nichts als ein schlechter Witz. Die Vorfälle sind gut dokumentiert und öffentlich bekannt. Jedoch versucht beispielsweise die Social Media Abteilung der Frankfurter Polizei, die in dieser Sache ein unglaublich peinliches Bild abgibt, zwanghaft diese Videoaufnahmen aus ihrem Einflussbereich zu löschen, anstatt die logischen internen Ermittlungen gegen die übergriffigen Polizisten einzuleiten.

Es muss klar und immer wieder gesagt werden:
Dieser Eingriff in die symbolträchtigen Bereiche der Fankurve hatte ausschließlich die Eskalation der Situation zum Ziel. Das Interview war dabei nur der kleine Anlass, den Peter Beuth in seinem Profilierungswahn brauchte, um bewusst rote Linien zu überschreiten. Die Aktion war mutmaßlich lange vorbereitet und es wurde nur auf den erstbesten Grund gewartet. Dass es beim Entfernen des Transparents nicht gänzlich eskalierte, ist ausschließlich der besonnenen Reaktion der Kurve zu verdanken, die glücklicherweise nur durch moderate Gegenwehr und durch Unmutsäußerungen reagierte. Bei aller Diskussion um das Interview Fischers kommen diese Tatsachen viel zu kurz!

Es wird sehr deutlich, dass Beuth ein extremes Machtstreben hat und sich für künftige Positionen empfehlen möchte. Er hat keinerlei Ahnung von Fankultur, versucht sich aber als Hardliner ebendort zu profilieren. Seine Angst vor unbequemen Fragen wird bei der Terminierung der Pressekonferenz überdeutlich. Warum legt man sonst eine Pressekonferenz auf den Zeitpunkt der Auslosung, wenn alle Fußballinteressierten wie gefesselt auf den nächsten Gegner in Europa hin fiebern?

In allen seinen öffentlichen Aussagen zeigte sich ganz klar, wie wachsweich er argumentiert, wie sehr er selbst weiß, dass er zu weit geht und es nicht rechtfertigen kann, dass er ohne ersichtlichen Grund die direkte Verantwortung für die schweren Verletzungen trägt! Beuth windet sich wie ein Aal, was seiner Persönlichkeit deutlich eher entspricht, wie sein Wunschdenken als reaktionärer Despot daherzukommen. Er befindet sich längst auf seinem eigenen längst überfälligen Rückzug. Es sind zu viele Skandale, die er zu verantworten hat. Schlägt sein gekränktes Ego in den nächsten Wochen zurück, muss man sogar leider befürchten, dass der vergangene Donnerstag nicht der Höhepunkt der Eskalation war.

Der von Beuth als angemessen und notwendig angesehene Einsatz zur Gefahrenabwehr ist der negative Höhepunkt einer herbeigeredeten Gefahr und wirft die Fanarbeit in Frankfurt um Jahre zurück! Alles andere als der sofortige Rücktritt des inkompetentesten hessischen Innenmisters aller Zeiten ist nicht akzeptabel!

 

Nordwestkurve-Rat

 

Frankfurt,23.02.2019