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Offener Brief an Peter Beuth

Lieber Peter Beuth,

es ermüdet uns, dass wir immer wieder verschiedene Innenminister für ihre unsinnigen Wahlkampfäußerungen kritisieren müssen. Die Rolle des Innenministers scheint aber leider prädestiniert für unsinnige Maßnahmenforderungen, wie nun die Ihre, in der Sie plakativ den „Führerscheinentzug für Randalierer“ fordern.

Damit fangen Sie vielleicht die Personen ein, die sich auch von der unfassbar peinlichen Hetzkampagne der Bild-Zeitung einfangen lassen. Mehr als das offenbaren Sie damit jedoch absolute Ahnungslosigkeit vom Thema Fußballgewalt. Wir glauben aber auch gar nicht, dass dies Ihre Absicht war. Die aufgestachelte Öffentlichkeit erreicht man aber offenbar mit den dümmsten Maßnahmenforderungen: Abschaffung der Stehplätze, personalisierte Tickets oder andere Themen vieler Dampfplauderer, meist aus den hinteren Parlamentsreihen, die sich nicht die Mühe machen möchten, sich mit den Themen, zu denen sie sich äußern, auch ernsthaft zu beschäftigen.

Um ein paar Dinge festzuhalten:
Weiterhin wird der Stadionbesuch sicherer und sicherer, das Sicherheitsempfinden der Personen, die regelmäßig ein Stadion besuchen, wird immer größer. Das Sicherheitsempfinden des Zuschauers vor dem Fernseher läuft allerdings in die entgegengesetzte Richtung, dafür tragen auch Personen wie Sie eine Mitverantwortung!

Ihr peinliches Wahlkampfgetöse lässt übrigens niemanden der Beteiligten von dem Weg abkommen, dass der Kampf gegen Fußballgewalt im Rahmen von direkter und langfristig angelegter Fanarbeit erfolgen muss, so sehr Ihre fortwährenden Äußerungen diese Arbeit auch torpedieren mögen.

Leider müssen wir wohl damit rechnen, dass Sie nach dem nächsten Vorfall in irgendeinem Stadion wieder die Möglichkeit wittern, in die Medien zu kommen.
Bis dahin empfehlen wir Ihnen, sich ein wenig Expertise zum Thema anzueignen, wahlweise könnten Sie sich auch um die Bekämpfung der Korruption im Fußball kümmern, sofern das für Sie Priorität besitzt.

Ihr Nordwestkurve-Rat